Verfahrenskombination der Membranbelebungstechnik mit der anaeroben Schlammstabilisierung

Geplante
Umweltentlastung
Einsparung von CO₂-Emissionen
Einsparung von CO₂-Emissionen
Branche
Öffentliche Verwaltung, Erziehung, Gesundheitswesen, Erholung
Umweltbereich
Wasser / Abwasser
Fördernehmer
Erftverband KöR
Bundesland
Nordrhein-Westfalen
Laufzeit
seit 2014
Status
Laufend
Geplante
Umweltentlastung
Einsparung von CO₂-Emissionen
Einsparung von CO₂-Emissionen

Kurzbeschreibung

Dem Erftverband KöR, der für den wirtschaftlichen Interessenausgleich in der Region sorgt, gehören 260 Mitglieder aus Kommunen, Elektrizitätswirtschaft, Gewerbe, Industrie, Wasserversorgung, Fischerei, Landwirtschaft und Bergbau an.

Das Gruppenklärwerk Kaarst-Nordkanal ist mit einer Ausbaugröße von 80.000 Einwohnerwerten die größte Membranbelebungsanlage in Europa. Im Rahmen des UIP-Förderschwerpunktes „Energieeffiziente Abwasseranlagen“ wurde bereits eine Reihe von Maßnahmen zur Senkung des Energiebedarfs gefördert. Der Stromverbrauch konnte durch verfahrenstechnische Optimierung, bei einer wesentlich höheren Reini- gungsleistung und Hygienisierung des Abwassers ungefähr halbiert werden. Mit dem jetzigen Vorhaben will der Erftverband erstmalig eine Membranbelebungsanlage mit einer Faulung kombinieren. Membranbelebungsanlagen werden mit hohem Feststoffgehalt im Belebtschlamm betrieben, womit eine höhere Schadstoffabbaurate erreicht wird und relativ wenig Überschussschlamm anfällt. Beim Betrieb der Anlage zeigte sich jedoch, dass aufgrund des hochviskosen Fließverhaltens des Belebtschlamms vor allem bei niedrigen Außentemperaturen ein deutlich höherer Energieeintrag benötigt wird als theoretisch zu erwarten war.

Dem will der Verband durch die flexible Anpassung des Feststoffgehaltes mit Hilfe einer neu zu errichtenden Vorklärung und einer angepassten Prozesssteuerung entgegenwirken. Durch die Verstromung des Faulgases aus der anaeroben Stabilisierung des Überschussschlamms in einem Blockheizkraftwerk können künftig fast 900 Megawattstunden Strom pro Jahr gewonnen werden. Insgesamt können durch das Vorhaben die CO2-Emissionen um etwa 530 Tonnen pro Jahr reduziert werden.

Mit der geplanten Kombination von Membranbelebung mit anaerober Schlammstabilisierung wird demonstriert, wie eine Anlage wirtschaftlich und mit weit überdurchschnittlicher Reinigungsleistung betrieben werden kann, wobei der Energiebedarf deutlich niedriger liegt als bei anderen in Europa betriebenen Membranbelebungsanlagen. Das Vorhaben weist vor allem für Kläranlagen, die eine nachgeschaltete vierte Reinigungsstufe einbauen wollen, als auch für Kläranlagen, die eine vergleichsweise geringe Fläche zur Verfügung haben und von denen erhöhte Reinigungsleistungen gefordert werden, einen hohen Modellcharakter auf.