Ressourceneinsparung bei Wellpappenrohpapieren durch „iPrep“
Innovatives System zur automatischen Erkennung und Entfernung beschädigter Papierlagen reduziert Materialverluste und steigert die Prozesseffizienz
Umweltentlastung
Umweltentlastung
Kurzbeschreibung
Die Mondi Wellpappe Deutschland GmbH betreibt am Standort Greven eine moderne Wellpappenproduktion. Im Rahmen des Umweltinnovationsprogramms wurde mit dem Projekt „iPrep“ erstmals im industriellen Maßstab ein automatisiertes System zur Vorbereitung von Papierrollen eingeführt. Das Vorhaben kombiniert fahrerlose Transportsysteme, automatisierte Schältechnik und optische Inspektionsverfahren, um Materialverluste zu vermeiden und die Produktionsprozesse effizienter zu gestalten.
Bei der konventionellen Verarbeitung von Papierrollen werden beschädigte Randbereiche häufig manuell entfernt. Um Produktionsstörungen zu vermeiden, werden dabei oft mehr Papierlagen abgeschält als tatsächlich erforderlich. Dies führt zu vermeidbaren Rohstoffverlusten, zusätzlichem Transportaufwand und erhöhten Umweltbelastungen entlang der Papierwertschöpfungskette.
Ziel des Vorhabens war die Einführung eines vollautomatischen Systems, das beschädigte Papierlagen präzise erkennt und nur die tatsächlich betroffenen Bereiche entfernt. Dadurch sollten Papierverluste reduziert, die Produktionssicherheit erhöht und die manuelle Handhabung von Papierrollen weitgehend ersetzt werden. Das iPrep-System verbindet ein fahrerloses Transportsystem mit einer automatisierten Schälstation und einer optischen Qualitätskontrolle. Papierrollen werden selbstständig transportiert, geprüft und für die Weiterverarbeitung vorbereitet. Die Technik ermöglicht eine deutlich schnellere Splice-Vorbereitung und reduziert das Risiko von Produktionsunterbrechungen durch beschädigte Papierbahnen. Die technische Kernfunktion wurde erfolgreich umgesetzt; weitere Optimierungen sollen die angestrebte Zielproduktivität künftig vollständig erreichen.
Durch die präzise Entfernung ausschließlich beschädigter Papierlagen können im Regelbetrieb jährlich bis zu rund 550 Tonnen Papier eingespart werden. Dies entspricht einer Reduktion des Rohpapiereinsatzes um etwa 0,46 Prozent. Zusätzlich ergibt sich ein Potenzial zur Vermeidung von rund 274 Tonnen CO2-Äquivalenten pro Jahr. Darüber hinaus werden indirekt etwa 2.750 Kubikmeter Wasser sowie rund 825 Megawattstunden Energie entlang der Papierproduktion eingespart. Die vollständige Ausschöpfung dieser Potenziale wird mit dem Erreichen der geplanten Anlagenauslastung erwartet.
Das Vorhaben besitzt Modellcharakter, da erstmals eine derartige Kombination aus autonomem Rollentransport, automatisierter Schältechnik und optischer Inspektion im industriellen Maßstab umgesetzt wurde. Die Technologie ist grundsätzlich auf weitere Wellpappenwerke sowie andere papierverarbeitende Branchen übertragbar. Die gewonnenen Erfahrungen leisten einen wichtigen Beitrag zur Weiterentwicklung ressourceneffizienter Produktionsverfahren und können als Orientierung für zukünftige Investitionsvorhaben dienen.