Innovatives ressourceneffizientes Förderbandkonzept für Stanzabfälle

Stanzabfälle durch ressourceneffiziente und sortenreine Trennung hochwertig recyceln

Geplante
Umweltentlastung
Einsparung von CO₂-Emissionen
Einsparung von CO₂-Emissionen
Energie
Energie
Branche
Papier und Pappe
Umweltbereich
Ressourcen
Fördernehmer
WS Quack + Fischer GmbH
Bundesland
Nordrhein-Westfalen
Laufzeit
seit 2020
Status
Laufend
Geplante
Umweltentlastung
Einsparung von CO₂-Emissionen
Einsparung von CO₂-Emissionen
Energie
Energie

Kurzbeschreibung

Die WS Quack + Fischer GmbH mit Sitz in Viersen ist Hersteller von hochwertigen Faltschachteln aus Vollkarton primär für Kunden aus dem Lebensmittelbereich. Die Produktion schließt die Produktentwicklung inklusive Druckdatenverarbeitung, Drucken, Lackieren, Stanzen, und Weiterverarbeiten wie Kleben mit ein. Beim Stanzen der Kartonbögen fallen Abfälle in verschiedenen Größen an. Diese Stanzabfälle werden aktuell über eine Absauganlage abgeführt, wobei die teilweise sehr großen Abfälle für eine störungsfreie pneumatische Abfuhr vorher durch Schredder zerkleinert werden müssen. Die so erfassten Stanzabfälle werden unsortiert dem Recycling zugeführt. Darin enthaltene hochwertige (weiße) Fasern können bisher nicht getrennt erfasst und höherwertig recycelt werden. Die bisher eingesetzte Technik führt zu hohen Lärmemissionen insbesondere durch das Schreddern, außerdem ist der Energieverbrauch der Anlage sehr hoch.

Das Ziel des Vorhabens ist eine Verminderung der negativen Umweltauswirkungen der Stanzabfallentsorgung. Dafür möchte die WS Quack + Fischer GmbH die bestehende Absauganlage für Stanzabfälle durch eine über Flur verlaufende Gurtfördereranlage ersetzen. Die Förderbänder werden in einer bestimmten Höhe aufgehangen bzw. aufgeständert, da die Abfälle bauartbedingt relativ hoch an den Maschinen abgeworfen werden. Durch eine bauliche Optimierung der Steigungen der Bänder sowie der Auswurfstellen werden flache Steigungen der Bänder realisiert, um ein Zurückrutschen der Abfälle zu vermeiden. Die Abfälle werden jeweils in elektromechanische Klappen abgeworfen, die das Material entweder auf das Band für Frischfaserkarton oder auf das  für Recyclingkarton abgeben. Beide Bänder führen in den Recyclingbereich, wo der Abfall in die entsprechende Containerpresse abgeworfen wird. Ein großer Vorteil dieser Anlage ist die Möglichkeit einer flexiblen Umgestaltung der Bänder wenn sich die Aufstellung der Maschinen verändert.

Mit der neuen Anlage können die Lärmemissionen erheblich reduziert werden, was die Arbeitsplatzbedingungen verbessert. Bei einer Produktionsmenge von 675 Millionen Faltkartons und 4.200 Tonnen anfallenden Stanzabfällen kann der Energieverbrauch für den Abtransport der Abfälle jährlich um ca. 93 Prozent reduziert werden. Dies entspricht einer Einsparung von ungefähr 260 Tonnen CO2-Emissionen.

Besonders positiv hervorzuheben ist die Weiterentwicklung bei der Sortierung der Reststoffe. Die Technik ermöglicht eine Sortentrennung der Papiere in Frischfaserkarton und Recyclingkarton. Frischfaserkarton kann deutlich hochwertiger recycelt werden. Hierdurch wird ein wichtiger Beitrag zum Mehrfachrecycling der Papierfasern und damit zum Schutz der natürlichen Ressourcen geleistet. Hochwertige Altpapiere wie Stanzabfälle von Frischfaserkarton eignen sich für die Herstellung von graphische Recyclingpapieren oder altpapierbasierten Hygienepapieren. Derzeit herrscht auf Grund der zunehmenden Digitalisierung und der hohen Nachfrage nach Altpapier im Verpackungspapierbereich ein Mangel an weißen Altpapiersorten für die Herstellung weißer Recyclingpapierprodukte.